Archive für Beiträge mit Schlagwort: Halsausschnitt

…möchte ich hier weitergeben, die ich beim Spitzenkleid erstmalig angewendet habe.

Da wäre zunächst einmal das Aufnähen von Futterstreifen zur Stabilisierung des Halsausschnitts, der ja zum Teil schräg verläuft und daher besonders zum Ausdehnen neigt. Dankeschön nochmal an  Petra ( Fresee bei der HS 24). Vor einigen Tagen las ich auch hier bei Julia Jamei, dass sie die Futterstreifen etwas kürzer zugeschnitten hat als die Ausschnittkante. Ich habe stattdessen den Ausschnitt etwas „gekniffen“, sodass er sicher nicht zuviel Mehrweite hat.

In etwa so habe ich die Streifen platziert:

AusschnittstabilisierungIch habe sie dann so angenäht, dass die Nahtlinie  einer Stütznaht entsprach, also einige Millimeter neben der schlussendlich genähten Naht zum Verstürzen.

Futterstreifen und Stütznaht

Des weiteren habe ich zum ersten Mal bemerkt, dass man das Futter nicht einfach beim Ärmeleinsetzen mitfassen soll. Bislang habe ich das immer so gemacht und nie im Nähbuch nachgelesen. Anscheinend hab ich dabei Glück gehabt, denn eigentlich soll das Futter, damit es genügend Spiel hat, nur mit Fadenstegen an den Zugaben der Ärmeleinsetznaht fixiert werden. Das hab ich also diesmal gemacht und kleine Fadenstege an den Schulternähten und der Ärmelnaht gearbeitet:

Futterbefestigung

Beim Futter habe ich ja Seitenschlitze genäht, da ich mir sicher sein wollte, dass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird. Die Schlitze habe ich wie folgt gesichert:

Zunächst schneidet man im schrägen Fadenlauf kleine Rechtecke zu, die man so faltet und aufsteckt, das der Bruch 1 cm unter dem Schlitzende liegt:

Schlitzverstärkung

Nun wird eine Quernaht am Schlitzende genäht und anschliessend noch die NZG abgesteppt:

Schlitz abgesteppt

Diesen Tipp habe ich im Internet gefunden: Borgmann

 

 

 

 

…ist gar nicht so schwierig. Ich habe mir diese Art des Abschlusses von Kaufshirts abgeschaut. Dort sind diese Art Bündchen allerdings oft auch festgecovert, das wäre eine weitere Option.

So geht man vor:

  • Zunächst ausreichend lange Streifen im Querfadenlauf des Jerseys zuschneiden, da dieser die grösste Dehnung aufweist. Die Breite richtet sich nach der gewünschten Bündchenbreite plus NZG. Diesen Wert dann mal 2 nehmen. Nach dem Zuschneiden werden die Streifenlängsseiten links auf links aufeinander gebügelt.Streifen zugeschnitten, gebügelt
  • Da das Bündchen sich anschmiegen soll und an Aussenseiten schmäler als der Ausschnitt sein muss, wird es kürzer zugeschnitten. Wieviel ist ein wenig Ermessenssache, es hängt von der Art des Ausschnitts und von der Dehnbarkeit des Materials ab. Eine gute Methode finde ich es, zunächst den Halsausschnitt doppelt zu legen (Schulternähte aufeinander):

Halsausschnitt legen

  • Nun nimmt man den Streifen und legt ihn an der Kante an. Dabei dehnt man ihn bei den Kurven entsprechend. So bekommt man einen Eindruck, um wieviel kürzer der Bündchenstreifen sein muss:

Bündchen ungedehnt

  • Wie man sieht, sind es einige Zentimeter geworden. Man kann aber auch eine Ratio festlegen, z.B. auf 6 cm Ausschnitt kommen 5 cm Bündchen. Ich als Kontrollfreak teste die Länge des Streifens vorsichtshalber durch eine Heftnaht. So sehe ich gut, wie sich das Bündchen gedehnt verhält und ob mir die Breite gefällt.
  • Edit: Von heidi (siehe Kommentare) kommt der Tipp, die Differenz der Länge von Ausschnittkante (an der Nahtlinie gemessen)  und Bündchenoberkante zu bestimmen. Um diesen Betrag muss sich das Bündchen dehnen lassen.
  • Nach Festlegen der Bündchenlänge schliesst man die Schmalseiten und erhält so einen Ring.
  • Nun werden sowohl Halsausschnitt als auch Bündchen geachtelt. Ich gehe dabei beim Halsausschnitt von den vorderen und hinteren Mitten aus, weitere Punkte sind die Schulternähte. (Edit: Bei sehr tiefen vorderen Halsausschnitten bitte die Empfehlung von idgie13 beachten – siehe Kommentar unten: Die Teilungen nur von VM und HM her vornehmen.)
  •  Dann die Abschnitte dazwischen jeweils nochmal halbieren. Es gibt sicher Leute, die auch gut mit Vierteln auskommen, aber mit den kleineren Abständen kann ich die benötigte Dehnung besser abschätzen. Beim Halsbündchen werden  die Strecken in gleichmässige Achtel aufgeteilt.

8 Teilstrecken

Bündchen achteln

  • Hier nochmal zum Vergleich die verschiedenen Längen der Teilstrecken von Ausschnitt und Bündchen im ungedehnten Zustand:

Differenz Ausschnitt-Bündchen

  • Nun wird der Bündchenring rechts auf rechts so aufgesteckt, dass sich die Markierungen der Teilstrecken treffen. Alle offenen Kanten zeigen in die gleiche Richtung. Auf dem Foto kann man die Mehrweite des Halsausschnittes gut erkennen.

Mehrweite Ausschnitt

  • Die erste Naht wird genäht. Dabei das Bündchen jeweils dehnen. Damit die Naht dehnbar bleibt, verwende ich einen ganz schmalen Zickzackstich:

1.Naht Bündchen

  • Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um nochmal zu checken, ob das Bündchen überall gleichmässig breit angenäht wurde und ob nicht irgendwo irgendwelche Zugaben umgelegt festgesteppt wurden… (woher ich das wohl weiss  🙄  )

Check Bündchenbreite

  • Nun geht’s unter die Overlock. Da ich nachher eine schmale NZG haben möchte, die sich nach dem Feststeppen nicht mehr umlegt, nähe ich die Overlocknaht so, dass die Naht quasi auf der vorher genähten Befestigungsnaht verläuft:

Overlocknaht

  • Auf dem oberen Foto ist bereits die NZG festgesteppt. Dazu steppe ich auf dem Ausschnitt knappkantig ab. Die Stichlänge habe ich etwas vergrössert, so bleibt alles schön dehnbar.
  • Und fertig ist der Ausschnitt:

Halsbündchen ftg 2

…hat zum Glück keine grösseren Probleme gemacht. Zunächst habe ich einmal in den Läden an Kaufkleidung studiert, wie dort ein solcher Abschluss verarbeitet wurde.

So bin ich vorgegangen: zunächst wird ein Streifen Lederimitat zugeschnitten, ich habe die Breite grosszügig gewählt, da beim Umwenden mehr benötigt wird, als man zunächst annimmt…

Den Ausschnitt habe ich mit Stütznähten vorbereitet, damit sich dieser beim Verarbeiten nicht zu sehr dehnt.

Stütznaht

Anschliessend wird der Einfass rechts auf rechts innerhalb der NZG aufgesteckt, denn es bleiben bei diesem Material genauso wie bei Leder kleine Löcher von den Nadeln. Irgendwelche Klebeorgien hab ich mir erspart, so funktioniert es ja ganz gut und die Löcher verschwinden nachher im Innern. Beim Fixieren darauf achten, im Bereich der zukünftigen Nahtlinie gut zu dehnen, beim Schrägstreifen erreicht man das ja durch In-Form-Bügeln, was hier natürlich nicht geht.

Einfass innerhalb NZG stecken

Anschliessend wird festgesteppt:

Einfass festnähen

Nun den Einfassstreifen über die Nahtzugaben nach innen klappen und unterhalb der Nahntlinie heften. Das muss mit etwas Gefühl gemacht werden, denn unten wird der Streifen je nach Erfordernissen leicht gedehnt. Dann im Nahtschatten feststeppen.

Einfass um Kante

Anschliessend innen die Nahtzugaben knappkantig beschneiden: fertig!

NZG beschneiden

Das Ergebnis:

Einfass Büste

Ledereinfass

… ist nun auch beim Original recht gut gelungen. Es hat doch alles mal wieder länger gedauert als erwartet mit dem doppellagigen Heften. Und immer wieder erstaunlich, wie man trotz sorgfältigen Zuschneidens trotzdem leicht unterschiedliche Teile erhält 🙄 Ausserdem hab ich verschiedene Besatzverarbeitungsformen probiert, bin aber dann doch bei der konventionellen gelandet. Bei der Methode „Verstürzen mit der Einlage“ braucht man meiner Meinung nach beim Bügeln eine „offene“ Seite, da sich die Einlage immer etwas dehnt. Mein Besatz hatte das am unteren Ende nicht, da der Schlitz ja erst nach dem Aufbügeln der Einlage eingeschnitten wird. Auf dieser grossen Fläche hätte sich die Einlage dann voraussichtlich in der Mitte gestaut, und das wollte ich nicht riskieren. Das Verstürzen mit Organza ging nicht gut, da die NZG des Organza nach dem Beschneiden eine recht harte, stabile Kante ergibt, die hier nicht erwünscht war. Hinterlegen/Doppeln damit ist o.k., aber Verstürzen eher nicht.
Und hier das Ergebnis:
Ausschnitt Neonbluse
Leider habe ich an einer Schulter noch seltsame Schrägfalten, da stimmt noch etwas nicht. Ich vermute, es liegt am gedoppelten Stoff. Ich hoffe sehr, dass ich das Problem noch lösen kann.

Noch ein kleiner Nachtrag: mit der Farbe war ich zunächst unsicher. Ich muss aber sagen, dass ich mich sehr wohl darin fühle und auch nicht das Gefühl habe, dass sie mich erschlägt (was ich wegen meiner hellen Haut immer befürchte). Oder bin ich da einer Selbsttäuschung erlegen?

Neonbluse Farbtest

…habe ich an einem taillenkurzen Probemodell ausprobiert und bin sehr zufrieden, weil sie genau so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe.

Ausschnitt Neonbluse PM

Hier habe ich mal den Knopfverschluss simuliert (der Knopf ist etwas zu hoch aufgesteckt, deshalb sieht das Ganze leicht schief aus):

Ausschnitt Neonbluse Knopf

Nun muss ich testen, welche Einlage ich für den Besatz nehme: entweder Seidenorganza (dessen Waschverhalten ich erst noch analysieren muss) oder dünne Aufbügeleinlage. Es kommt auch drauf an, wie es die Farbe beeinflusst – obwohl ich es nicht schlimm fände, wenn die Form des Besatzes etwas durchscheinen würde. Das könnte man dann einfach als Designelement deklarieren 😉

…war bei mir angesagt. Ich bin immer etwas blockiert, ein neues Projekt zu beginnen, wenn ich gleichzeitig noch so viele andere Baustellen vor mir sehe. Also hab ich erst einmal Ärmel und Säume an diversen Shirts gekürzt und endlich bei diesem Pyjamaoberteil das Halsbündchen ausgewechselt. Meiner Meinung nach ist da etwas schiefgelaufen, als der Schnitt zu diesem Pyjama entworfen wurde: die Hose ist ein dünner Flanell, und eben dieser unelastische Stoff wurde für das Einfassen des Halsausschnittes verwendet. Das kann man durchaus so machen, wenn man daran denkt, dass sich der Einfassstoff nicht dehnt und daher den Ausschnitt gross genug konzipiert. Genau das war aber hier nicht der Fall. Ich habe also das Teil abgetrennt, nachdem ich mir beim Anziehen jedes Mal fast die Ohren abgerissen hatte 😮

Als Ersatz war natürlich im Stoffgeschäft wieder mal partout nichts Passendes zu finden, so habe ich dann die knapp danebenliegende Farbe akzeptiert und dafür durch die Wahl eines Streifenstoffes versucht, eine entfernte Verwandtschaft zur Hose herzustellen 😉

Vorher:

Halsausschnitt Pyjama vorher

…und nachher (den V-Ausschnitt habe ich der Einfachheit halber in einen Rundhalsausschnitt abgeändert):

Halsausschnitt Pyjama nachher

…ist fertig:

Streifenshirt Bü ftg

Je besser es mir passt, um so seltsamer sieht es an der Büste aus… 🙄

Den Halsausschnitt hab ich mit Paspelgummi gemacht, die Säume mit der Cover.

Zum Behalten fürs nächste Mal: den Halsausschnitt hab ich nachträglich etwas erweitert, damit er mehr Richtung Bateau-Ausschnitt geht:

Streifenshirt boatneck

Einstellungen: beim Paspelgummi Zickzack 2,5 Breite und Länge, umklappen, mit schmalem Zickzack (fast wie ein Geradstich) annähen. Nzg: 0.7 cm. Unterfaden in der Gummifarbe nehmen, damit man ihn weniger sieht. Covernähte: oben das Nähgarn, Unterfaden Bauschgarn. Im farblich passenden Streifen nähen, dann sind die Säume fast unsichtbar.

Und hier nun endlich noch die Tragefotos

…geht es hier endlich weiter. Immerhin hab ich inzwischen das Futter komplett zusammengenäht. Der Halsbesatz ist auch samt Futter drinnen. Und die Weite, die ich beim Kleid im Rücken herausnehmen musste, war im Rücken beim Futter nicht zuviel. Immer wieder erstaunlich, wie verschieden die unterschiedlichen Materialien sich verhalten können.

Futter hinten Htrkl

Mit dem Halsausschnitt bin ich auch ganz zufrieden: er hat genau die Grösse und Form, die ich mir vorgestellt habe.

Halsausschnitt Htrkl

Die nächsten Schritte sind nun:

  • Futter an den RV nähen
  • Futter an den Armausschnitten festheften
  • Kleidersaum nähen
  • Futtersaumlänge bestimmen und entsprechend umnähen
  • Rockschlitz an Kleid und Futter fertignähen
  • Ärmel zusammennähen
  • Ärmelsaum nähen
  • Ärmel einsetzen

Mal sehen, wie lange ich dafür dann noch brauche  🙄     😉

…hatte ich leider zu bewältigen. Gestern abend ging alles so richtig gut vorwärts, die Seitennähte hatte ich nach einigem Auftrennen und Ausrichten endlich gut justiert, der RV war drin und die Paspeln trafen auch hier gut aufeinander, der Halsausschnitt war sehr schön geworden – da traute ich meinen Augen kaum, als ich bemerkte, dass einer der Abnäher sich so verschoben hatte, dass oberere Wienernaht mit dem Abnäher unterhalb des Gürtels überhaupt nicht mehr zusammenpassten, und zwar so, dass es wirklich auffällig war. Warum hatte ich das beim Heften nicht bemerkt? 88| Der erste Gedanke war, den Abnäher aufzutrennen und an der „passenden“ Stelle neu zu nähen.
Also ging es los:
– Abnäher auftrennen
– dabei bemerken, dass der Stoff das Auftrennen nicht vertrug und an der ehemaligen Naht quasi perforiert war… also keine Möglichkeit, hier etwas neu zu nähen
– schweren Herzens das vordere Gürtelteil abtrennen sowie den ganzen Vorderrock
– Glück im Unglück: ich hatte noch genügend Stoff, um den Vorderrock neu zuzuschneiden
– Vorderrock neu zugeschnitten und angenäht
– bemerken, dass auch das Gürtelteil das Auftrennen nicht vertragen hatte, auch hier zeigte sich der Stoff beschädigt
– die Seiten etwas enger genäht, um die schadhafte Stelle innen zu haben
– jetzt mussten natürlich alle Seitennähte nochmal neu justiert werden (z.T. Paspel korrigieren oder Gürtelbreite etc. etc. 🙄 )
– alle Saumzugaben neu overlocken
Das Ärmeleinnähen und Annähen der Ärmelgummis war dann die reinste Erholung.
Uff. Geschafft.
Es bleiben noch:
-Saum annähen
-Schlitzbesätze annähen
-Futterrock zuschneiden und einnähen

Hier noch was zum Gucken:

Jerseykleid Ausschnitt

Jerseykleid mit Paspeln 002

bernie and i

Sewing, dresses and D.I.Y

Mothers Dirt

Nachrichten - hart aber ehrlich

Kleiderschmiede

über hohe Kunst des Schneiderns

freitagswerkstatt

Meine Familie, mein Leben, mein Hobby

Küchenhexen

Küchenhexen: Kochen? Hexen? Zaubern?

erzaehlmirnix

[hier bitte kreative Beschreibung einfügen]

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