Archive für Kategorie: Tutorial Nähen

…ist nun auch dran. Ich habe schon ewig keinen mehr genäht, hatte aber noch Erinnerungen, dass es etwas mühsam war. Der Kragen wird bei der herkömmlichen Vorgehensweise komplett mit Steg fertiggestellt. Anschliessend werden die Stegteile auf den Halsausschnitt genäht. Diesmal habe ich eine etwas andere Methode probiert, die ich sehr einfach und unkompliziert finde.

Kragen fertig

Auf diesem Blog war das Tutorial zu finden.

Hier auch nochmal auf Deutsch, allerdings sind meine Fotos nicht so gut und die Kragenbearbeitung habe ich weggelassen, da man sie in jedem Nähbuch findet.

  • Zunächst den Halsausschnitt gegen das Ausleiern mit einem Stützstich versehen (Steppnaht etwa 2 -3 mm neben der geplanten Naht auf der NZG):

Stützstich

Die Kragen- und Stegteile wie gewohnt mit Einlage versehen (bei mir hier: Oberkragen und beide Stegteile) und Kragenteile aufeinander nähen. Wie es geht. findet man z.B. im burda-Nähbuch: der Tipp, den Kragen gewölbt zu halten um so die Mehrweite des Oberkragens zu ermöglichen, ist gut.

  • Nun das äussere Stegteil an den Halsausschnitt nähen, NZG stehen über. Dummerweise habe ich nur von innen das Foto gemacht, um die eingeschnittenen NZG des Halslochs zu zeigen. Ich hoffe, man versteht es trotzdem, sonst einfach im anderen Blog gucken.

Stegteil auf Halsausschnitt

 

 

  • Nahtzugaben beschneiden, nach oben bügeln.NZG nach oben bügeln

So sieht es von aussen dann aus:

unteres Stegteil angenäht

  • Als nächsten Schritt den Kragen anstecken:

Kragen aufstecken

  • Zweites Stegteil anstecken und das Ganze als „Sandwich“ bestehend aus unterem Stegteil, Kragen und oberem Stegteil zusammennähen. Wichtig ist dabei, die Nahtzugabe des noch nicht angenähten Stegteils umzuklappen:2. Stegteil aufstecken
  • Vor dem Losnähen vorsichtshalber nochmal die Stegrundung anhand des Schnittmusters überprüfen:Stegrundung überprüfen
  • Nun kann man schön präzise alles aufeinandernähen und hat nicht so ein Geknorze wie bei der üblichen Methode. NZG zurückschneiden, einschneiden, alles wenden.

Stegteile und Kragen Sandwich

  • Beim inneren Stegteil die Nahzugabe einschlagen (da hab ich das Foto vergessen…), dann entweder von Hand am Halsausschnitt annähen oder den Steg rundherum absteppen.

 

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…als kleines Intermezzo. Nach vielen Flick- und Änderungsaufgaben bin ich nun mit diesem Unterrock endlich mit allen „Pflichtnähereien“ fertig.

Ein Kaufrock aus Baumwollstretch hatte kein Futter – da mich das Klettern des Rocks beim Tragen von BW-Strumpfhosen nervte, habe ich mir einen schnellen Unterrock genäht. Der Rock hat einen Gehschlitz – deswegen musste der Unterrock dort eine Aussparung haben.

Das Prinzip ist simpel: man legt den Futterstoff im Stoffbruch auf und trägt die Hüftweite plus Bewegungsweite und  die Länge nach Wunsch ab. Die Nahtzugaben natürlich nicht vergessen: oben in Gummibreite, unten ca 2,5 cm zum Einschlagen. Ich empfehle, bei stark fransendem Stoff lieber etwas mehr zuzugeben – bei meinem war das Ausfransen so heftig, dass ich nochmal nachschneiden musste.

Die Aussparung für den Schlitz zeichnet man halbrund ein:

Schema schneller Unterrock

Dann habe ich einen Gummi mit Picotkante zum Ring geschlossen: da sich der Gummi beim Aufsteppen ziemlich dehnt, habe ich die Taillenweite minus 8 cm genommen. Das kommt aber sehr auf das Material des Gummis an, ich könnte mir vorstellen, dass es meist nicht soviel sein muss.

Nun obere Rockkante und Gummi achteln, Gummi mit Picotkante nach unten und Flauschseite nach aussen auf die rechte Seite des Futterrocks aufstecken und gedehnt mit Zickzackstich o.ä. aufsteppen. Gummi nach innen wenden und nochmal mit einem passenden Stich aufsteppen. (Ich habe den unterbrochenen Zickzack verwendet.)

Gummi auf Oberkante

Gummikante Unterrock

Rock säumen, bei der Aussparung ganz schmal die Kanten umlegen, dann schafft man die Rundung.

Aussparung für Gehschlitz

Und fertig ist das Teil:

Unterrock ftg

…einnähen? Geht das? Ja, es geht! Es war gar nicht so kompliziert wie vermutet. Nachdem ich festgestellt hatte, dass der 22cm-RV , der oberhalb des Taschenbeutels geendet hätte, keinen wirklich bequemen Einstieg ermöglichte und das Kleid dadurch auch nicht auf die Büste zu bringen war, habe ich mich für einen längeren Reissverschluss entschieden. Dieser musste dann über den Tascheneingriff hinaus angenäht werden.
Im Prinzip bin ich wie  auf der HS – Seite beschrieben vorgegangen, allerdings habe ich die Taschenbeutel einzeln angenäht.
Zunächst einen Taschenbeutel rechts auf rechts auf den Tascheneingriff des linken Vorderteils stecken und zwischen den Markierungen (man sieht noch ein wenig die weissen Kreidestriche) annähen. Dabei jeweils schräg abnähen, siehe Foto:
Taschenbeutel 1
In die Ecken einknipsen. Jetzt kann man den TB nach innen wenden und den Eingriff bügeln und evtl. absteppen.
Der zweite Taschenbeutel wird nun rechts auf rechts auf den ersten gesteckt und die beiden Säcke aufeinander genäht. Dabei steht die NZG des zweiten Taschenbeutels über. So sieht die Ansicht von vorne aus:
Taschenbeutel verstürzt
Man sieht, dass die schräg abgenähten Partien einen schönen Übergang bieten, wenn die Nahtzugabe des 2. Taschenbeutels dahinter die „neue“ NZG für den RV wird (die ja durch die Taschenöffnung sozusagen nicht mehr vorhanden war).
Jetzt hat man eine durchgängige NZG, auf der der nahtverdeckte RV wie gewohnt eingenäht werden kann:

NZG neu entstanden

RV fixiert

RV eingenäht
Das Ganze sieht nun ganz unauffällig wie eine normale Seitennaht aus:
Seitennaht mit TB und RV
Und dank der grösseren Öffnung kann ich das Kleid nun auf die Büste ziehen.
Heftversion Büste
Jetzt geht es endlich ans Zuschneiden des Futterrocks.

…und ihn vor dem Ausreissen zu schützen, habe ich die Methode angewendet, die Julia von „sewing galaxy“ sehr schön hier beschrieben hat.

Zunächst näht man bis zum Schlitzanfang und stabilisiert diesen mit Rückstichen:

Schlitz mit Rückstichen

Dann wird auf den Schlitzbesätzen ein Satinbändchen direkt oberhalb des Schlitzes aufgeheftet (Achtung, die NZG des Belegs erst nachher versäubern, damit das Bandende, das zum Ausfransen neigt, mitgefasst wird):

Satinbändchen anheften

Nun wird knappkantig abgesteppt: die Naht geht zunächst auf der einen Seite bis knapp vor den Schlitz (auf dem Rock soll ja aussen nichts zu sehen sein), dann quer und schliesslich wieder zurück. Dann auf der anderen Seite das gleiche Prozedere und überall gut mit Rückstichen sichern:

Band knappkantig feststeppen

Hier sind nochmal die Stiche eingezeichnet, da Schwarz auf Schwarz natürlich nicht so gut zu sehen ist 😉 :

Stiche sichern

…ist keine Hexerei und so nutze ich mal die Gelegenheit für ein kleines Tutorial.

Ausgangspunkt: bei Vorder- und Rückenteil des Kleids und des Futters wurden Abnäher (und je nach Modell evtl. mittlere Nähte) genäht, beim RT des Kleids habe ich auch schon den Nahtreissverschluss eingenäht. Schultern- und Seitennähte sind beide noch offen.

Man legt nun das Kleid rechts auf rechts aufs Futterkleid – sowohl bei VT wie beim RT. Nun werden der Halsausschnitt und die Armausschnitte aufeinander genäht. Dabei bis etwa 3,5 cm unterhalb der Schulternnaht noch nicht zunähen (siehe gepunktet markierter Bereich)!

Verstürzen Ausschnitt, Armausschnitte

Beim RT gibt es noch eine Spezialität: am RV-Schlitz werden die umgelegten Futterkanten mit etwas Abstand zur RV-Naht des RT festgesteckt:

Futter am RV

Anschliessend dann die NZG des Kleids mit dem RV auch in Richtung Futterkante umlegen (reicht über die Futterkante hinaus) und feststecken:

NZG Kleid nach aussen

Wenn man das nun so festnäht, hat man eine schön verstürzte Ecke.

Nach dem Aufeinandernähen werden die Nahtzugaben beschnitten (ich mache das immer etwas stufig) und bis zur Nahtlinie eingeschnitten (siehe Markierungen).

Einschneiden

Ich bügle die beschnittenen NZG noch auf dem Kantenholz aus:

Ausbügeln mit Kantenholz

Nun wird das VT gewendet und die Träger werden in den Trägeröffnung des RT eingezogen, und zwar so, dass die beiden Kleidteile und die beiden Futterteile jeweils rechts auf rechts liegen:

VT ins Rückenteil ziehenJetzt können die Schulternähte geschlossen werden, zunächst die des Kleids:

Schulternähte Kleid geschlossen.jpgEs folgen die Futterschulternähte, das Ganze sieht dann so aus:

Schulternähte beide geschlossen

Das Ausbügeln mache ich ebenfalls auf dem Kantenholz, auch ein Kochlöffel ist möglich – die Nahtöffnungen der Aussennähte sind ja nach dem Schliessen beider Schulternähte recht klein.

Nun legt man die noch nicht genähtenAussenkanten des Ausschnitts und der Armausschnitte (siehe Markierungen)  aufeinander (also Kleid auf Futterkleid) und näht diese fest. Dazu greift man in die Träger hinein und kann etwas Stoff vorziehen, dann geht es ganz leicht:

Restliche Ausschnittkanten schliessen

So, das wäre geschafft. Nun kann gewendet werden – die Kanten werden von der Futterseite aus gebügelt, dabei lasse ich immer ein kleinwenig vom Stoff überstehen:

vom Futter aus bügeln

An dieser Stelle kann man nun an den Ausschnitten entweder die NZG des Kleids auf das Futter steppen, damit nichts hervorblitzt oder von aussen absteppen. Diesmal hab ich mich fürs Letztere entschieden. Die Ärmelausschnitte steppe ich erst nach dem Zusammennähen der Seitennähte ab.

Jetzt sind die Seitnnähte dran: diese können von Kleid und Futter durchgängig zusammengenäht werden. Ich beginne aber immer sowohl bei Kleid wie Futter jeweils an der Seitennaht von oben, um im Bedarfsfall den Stofftransport besser managen zu können:

Seitennähte schliessen

Hier ein Blick auf das gewendete Teil mit den Absteppungen:

gewendet und abgesteppt

Ausschnitt vornAusschnitt seitlich hinten

An dieser Stelle möchte ich mal wieder als Standardwerk das burda-Buch „Nähen leicht gemacht“ empfehlen. Da findet man in kompakter Form für alle Nähtechniken gute Beschreibungen und Zeichnungen (nein, ich werde von denen nicht gesponsert… 😉 )

 

…ist der Ausschnitt geworden, ganz wie gewünscht.

ausschnitt-fertig

Hier eine kurze Beschreibung, wie ich vorgegangen bin. Ob es wirklich die optimale Verarbeitung ist, wird dann die Tragepraxis zeigen.

Zunächst hab ich rund um den Halsausschnitt eine Stütznaht genäht. Ich setze diese leicht nach innen (etwa 1-2 Nadelpositionen von der geplanten definitiven Naht), damit nachher bestimmt nichts sichtbar ist. Anschliessend wurde der Schrägstreifen zugeschnitten: hier sollte man unbedingt genügend Breite einplanen. Wenn man es bündig haben möchte, wären das zweimal die Nahtzugabenbreite, dazu die doppelte Breite des innen sichtbaren Streifenteils und noch ca. 25 mm bis 1 cm (oder sogar mehr) Zugabe, denn der nächste Schritt ist, dass man den Schrägstreifen beim Bügeln kräftig in Längsrichtung dehnt. So erreicht man eine gewisse Stabilität, dadurch schrumpft aber die Breite ziemlich. (Diesen Tipp und noch viele andere findet man in dem tollen Buch von Lynda Maynard : „Professionell schneidern“, ich kann es nur empfehlen.)

Auch der nächste Trick stammt daraus: den Schrägstreifen an einer Seite etwa 0.5 cm umbügeln, er sieht dann so aus:

abschluss-schr-str

Dadurch kann man dann beim Annähen ganz wunderbar die genaue Stelle des Zusammentreffens der Enden bestimmen:

einschub

An dieser Stelle dann eine Markierung zeichnen, anschliessend die Enden des Schrägstreifens im geraden FL zusammennähen. Der umgebügelte Teil dient als Orientierung.

naht-schrstr

Sieht doch prima aus, nicht wahr? Nicht irritieren lassen, dass ich den Schrägstreifen nicht bündig angesetzt habe. Ich wollte ihn nicht so breit zuschneiden müssen – ich habe vorsichtshalber immer recht viel NZG.

Anschliessend habe ich wie bei einem Beleg weitergearbeitet: die NZG wurden beschnitten, den Futterstreifen habe ich in den Rundungen eingeknipst. Beim Strick habe ich auf die Dehnbarkeit vertraut, in Maschen schneide ich einfach sehr ungern.

Dann wurde das Ganze gewendet, ich habe vorsichtshalber noch die NZG auf den Futterstreifen genäht, um ein Hervorblitzen zu verhindern. Anschliessend wurde dann alles von links nach rechts mit Hexenstich „unsichtbar“ angenäht.

hexenstiche

Das Ergebnis finde ich recht schön anzusehen, hier also die Innenansicht:

innenansicht-fertig

Und last but not least: allen Leserinnen und Lesern es guets Neus!

…mit Bezeichnen, Umbügeln, Beschneiden und Steppen habe ich zugebracht, bis die Rocksäume fertig waren. Immerhin misst jede Runde mehr als 3 Meter! Aber es hat sich gelohnt und ist ganz gut geworden.

Das Futter hatte sich im schrägen Fadenlauf gewaltig verzogen, bis zu 7 cm betrug die Differenz zu den Stellen, an denen ich nichts kürzen musste.

Futter hängt aus

Nachdem ein erster Versuch mit eingeschlagenem Futter misslungen war, habe ich dann den sogenannten Babysaum gearbeitet.

Zunächst legt man die gewünschte Saumlänge fest. Es genügen etwa 1,5 cm Saumzugabe.

Babysaum Markierung

Dann bügelt man etwa 5 mm weiter ausserhalb der festgelegten Saummarkierung (Fäden) um (hier durch die kleinen Punkte markiert), denn diese Breite benötigt man zum Arbeiten des Saums.

Babysaum umbügeln

Jetzt erfolgt das erste knappkantige Absteppen entlang des Bruchs (etwa 2 mm von der Bruchkante entfernt):

Babysaum 1.Absteppen

Nun wird die noch überstehende Nahtzugabe bis ganz knapp an die Naht zurückgeschnitten:

Babysaum beschneiden

Anschliessend nochmal nach innen umbügeln:

Babysaum 2 Umbügeln

…und ein zweites Mal absteppen. Diesmal orientiere ich mich an der nun innenliegenden Kante, denn es soll ja möglichst nichts mehr umklappen können.

Babysaum 2.Absteppen.jpg

So, alles Säume sind geschafft. Ansicht von aussen und innen:

Saum aussen

Saum innen

Und hier nun das gute Stück fertig, von innen und aussen 😀 :

Futter ftg Bü

Jupe ftg Bü

Einige Tragefotos gibt’s hier im Garderobenblog

 

 

…möchte ich hier weitergeben, die ich beim Spitzenkleid erstmalig angewendet habe.

Da wäre zunächst einmal das Aufnähen von Futterstreifen zur Stabilisierung des Halsausschnitts, der ja zum Teil schräg verläuft und daher besonders zum Ausdehnen neigt. Dankeschön nochmal an  Petra ( Fresee bei der HS 24). Vor einigen Tagen las ich auch hier bei Julia Jamei, dass sie die Futterstreifen etwas kürzer zugeschnitten hat als die Ausschnittkante. Ich habe stattdessen den Ausschnitt etwas „gekniffen“, sodass er sicher nicht zuviel Mehrweite hat.

In etwa so habe ich die Streifen platziert:

AusschnittstabilisierungIch habe sie dann so angenäht, dass die Nahtlinie  einer Stütznaht entsprach, also einige Millimeter neben der schlussendlich genähten Naht zum Verstürzen.

Futterstreifen und Stütznaht

Des weiteren habe ich zum ersten Mal bemerkt, dass man das Futter nicht einfach beim Ärmeleinsetzen mitfassen soll. Bislang habe ich das immer so gemacht und nie im Nähbuch nachgelesen. Anscheinend hab ich dabei Glück gehabt, denn eigentlich soll das Futter, damit es genügend Spiel hat, nur mit Fadenstegen an den Zugaben der Ärmeleinsetznaht fixiert werden. Das hab ich also diesmal gemacht und kleine Fadenstege an den Schulternähten und der Ärmelnaht gearbeitet:

Futterbefestigung

Beim Futter habe ich ja Seitenschlitze genäht, da ich mir sicher sein wollte, dass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird. Die Schlitze habe ich wie folgt gesichert:

Zunächst schneidet man im schrägen Fadenlauf kleine Rechtecke zu, die man so faltet und aufsteckt, das der Bruch 1 cm unter dem Schlitzende liegt:

Schlitzverstärkung

Nun wird eine Quernaht am Schlitzende genäht und anschliessend noch die NZG abgesteppt:

Schlitz abgesteppt

Diesen Tipp habe ich im Internet gefunden: Borgmann

 

 

 

 

…ist gar nicht so schwierig. Ich habe mir diese Art des Abschlusses von Kaufshirts abgeschaut. Dort sind diese Art Bündchen allerdings oft auch festgecovert, das wäre eine weitere Option.

So geht man vor:

  • Zunächst ausreichend lange Streifen im Querfadenlauf des Jerseys zuschneiden, da dieser die grösste Dehnung aufweist. Die Breite richtet sich nach der gewünschten Bündchenbreite plus NZG. Diesen Wert dann mal 2 nehmen. Nach dem Zuschneiden werden die Streifenlängsseiten links auf links aufeinander gebügelt.Streifen zugeschnitten, gebügelt
  • Da das Bündchen sich anschmiegen soll und an Aussenseiten schmäler als der Ausschnitt sein muss, wird es kürzer zugeschnitten. Wieviel ist ein wenig Ermessenssache, es hängt von der Art des Ausschnitts und von der Dehnbarkeit des Materials ab. Eine gute Methode finde ich es, zunächst den Halsausschnitt doppelt zu legen (Schulternähte aufeinander):

Halsausschnitt legen

  • Nun nimmt man den Streifen und legt ihn an der Kante an. Dabei dehnt man ihn bei den Kurven entsprechend. So bekommt man einen Eindruck, um wieviel kürzer der Bündchenstreifen sein muss:

Bündchen ungedehnt

  • Wie man sieht, sind es einige Zentimeter geworden. Man kann aber auch eine Ratio festlegen, z.B. auf 6 cm Ausschnitt kommen 5 cm Bündchen. Ich als Kontrollfreak teste die Länge des Streifens vorsichtshalber durch eine Heftnaht. So sehe ich gut, wie sich das Bündchen gedehnt verhält und ob mir die Breite gefällt.
  • Edit: Von heidi (siehe Kommentare) kommt der Tipp, die Differenz der Länge von Ausschnittkante (an der Nahtlinie gemessen)  und Bündchenoberkante zu bestimmen. Um diesen Betrag muss sich das Bündchen dehnen lassen.
  • Nach Festlegen der Bündchenlänge schliesst man die Schmalseiten und erhält so einen Ring.
  • Nun werden sowohl Halsausschnitt als auch Bündchen geachtelt. Ich gehe dabei beim Halsausschnitt von den vorderen und hinteren Mitten aus, weitere Punkte sind die Schulternähte. (Edit: Bei sehr tiefen vorderen Halsausschnitten bitte die Empfehlung von idgie13 beachten – siehe Kommentar unten: Die Teilungen nur von VM und HM her vornehmen.)
  •  Dann die Abschnitte dazwischen jeweils nochmal halbieren. Es gibt sicher Leute, die auch gut mit Vierteln auskommen, aber mit den kleineren Abständen kann ich die benötigte Dehnung besser abschätzen. Beim Halsbündchen werden  die Strecken in gleichmässige Achtel aufgeteilt.

8 Teilstrecken

Bündchen achteln

  • Hier nochmal zum Vergleich die verschiedenen Längen der Teilstrecken von Ausschnitt und Bündchen im ungedehnten Zustand:

Differenz Ausschnitt-Bündchen

  • Nun wird der Bündchenring rechts auf rechts so aufgesteckt, dass sich die Markierungen der Teilstrecken treffen. Alle offenen Kanten zeigen in die gleiche Richtung. Auf dem Foto kann man die Mehrweite des Halsausschnittes gut erkennen.

Mehrweite Ausschnitt

  • Die erste Naht wird genäht. Dabei das Bündchen jeweils dehnen. Damit die Naht dehnbar bleibt, verwende ich einen ganz schmalen Zickzackstich:

1.Naht Bündchen

  • Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um nochmal zu checken, ob das Bündchen überall gleichmässig breit angenäht wurde und ob nicht irgendwo irgendwelche Zugaben umgelegt festgesteppt wurden… (woher ich das wohl weiss  🙄  )

Check Bündchenbreite

  • Nun geht’s unter die Overlock. Da ich nachher eine schmale NZG haben möchte, die sich nach dem Feststeppen nicht mehr umlegt, nähe ich die Overlocknaht so, dass die Naht quasi auf der vorher genähten Befestigungsnaht verläuft:

Overlocknaht

  • Auf dem oberen Foto ist bereits die NZG festgesteppt. Dazu steppe ich auf dem Ausschnitt knappkantig ab. Die Stichlänge habe ich etwas vergrössert, so bleibt alles schön dehnbar.
  • Und fertig ist der Ausschnitt:

Halsbündchen ftg 2

…hat zum Glück keine grösseren Probleme gemacht. Zunächst habe ich einmal in den Läden an Kaufkleidung studiert, wie dort ein solcher Abschluss verarbeitet wurde.

So bin ich vorgegangen: zunächst wird ein Streifen Lederimitat zugeschnitten, ich habe die Breite grosszügig gewählt, da beim Umwenden mehr benötigt wird, als man zunächst annimmt…

Den Ausschnitt habe ich mit Stütznähten vorbereitet, damit sich dieser beim Verarbeiten nicht zu sehr dehnt.

Stütznaht

Anschliessend wird der Einfass rechts auf rechts innerhalb der NZG aufgesteckt, denn es bleiben bei diesem Material genauso wie bei Leder kleine Löcher von den Nadeln. Irgendwelche Klebeorgien hab ich mir erspart, so funktioniert es ja ganz gut und die Löcher verschwinden nachher im Innern. Beim Fixieren darauf achten, im Bereich der zukünftigen Nahtlinie gut zu dehnen, beim Schrägstreifen erreicht man das ja durch In-Form-Bügeln, was hier natürlich nicht geht.

Einfass innerhalb NZG stecken

Anschliessend wird festgesteppt:

Einfass festnähen

Nun den Einfassstreifen über die Nahtzugaben nach innen klappen und unterhalb der Nahntlinie heften. Das muss mit etwas Gefühl gemacht werden, denn unten wird der Streifen je nach Erfordernissen leicht gedehnt. Dann im Nahtschatten feststeppen.

Einfass um Kante

Anschliessend innen die Nahtzugaben knappkantig beschneiden: fertig!

NZG beschneiden

Das Ergebnis:

Einfass Büste

Ledereinfass

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