Archive für den Monat: Juni, 2007

Nachdem der Besatz nun dran ist, muss er natürlich noch ein „Guckloch“ haben, damit der Knopf auch durch den Besatz passt. In den Nähbüchern wird vorgeschlagen, einfach den Stoff einzuschneiden.
Ich mache es etwas anders:
Zunächst werden VT und Besatz gut aufeinander gelegt, dann steche ich mit Stecknadeln in die Ecken des Knopflochs, um auf dem Besatz die Knopflochecken markieren zu können:
Jacke A-Form weiss 076
Jacke A-Form weiss Markierung
Ein Stück Seidenorganza (schräg zugeschnitten EDIT: im geraden FL scheint es sogar besser zu funktionieren) wird über die Markierung des Besatzes gelegt und festgesteckt:
Jacke A-Form weiss 080
Nun in ganz kleiner Stichlänge rundherum nähen:
Jacke A-Form weiss 084
Wieder mit den Y-förmigen Enden aufschneiden und das Organzastück durchziehen: ein „Fenster“ ist enstanden.
Jacke A-Form weiss 085Jacke A-Form weiss 086
Anschliessend gut glattziehen, bügeln und von der Besatzseite aus mit kleinen Stichen rundherum festnähen: fertig! 😀
Jacke A-Form weiss 087

Weiter geht’s:
Besätze aneinander steppen – da es keinen rückwärtigen Besatz gab, hab ich diesen selbst gemacht. Das geht ganz einfach: Schulterkanten des Vorderbesatzes an das Rückenteil legen und im gleichen Abstand den Besatz hinten weiterführen. Abpausen und fertig! :p
Jacke A-Form weiss 073
Zunächst werden nun die Vorderbesätze an die vorderen Kanten genäht, dann weiterlaufend bis zur vorderen Mitte. Die ist hier identisch mit der Kragenansatzstelle. Für’s Wenden Ecken und Nahtzugaben beschneiden, ausbügeln und einknipsen.
Jacke A-Form weiss 074
Der fertig hergerichtete Kragen wird nun auf’s Vorderteil geheftet, dann der Besatz drübergelegt und alles als „Sandwich“ festgenäht. Normalerweise nähe ich Ober- und Unterkragen getrennt an VT bzw. Besatz, wenn der Stoff aber nicht so dick ist und man gut heftet, geht es auch so.
Jacke A-Form weiss 075
Anschliessend wieder die Nahtzugaben beschneiden und einknipsen, damit sich die Rundungen gut legen.
Und so sieht er aus:
Jacke A-Form weiss 077

Weiter im Schneckentempo….:-/
Der Kragen wird folgendermassen genäht: beide Kragenteile rechts auf rechts aufeinanderlegen und unten an der Ansatznaht mit Stecknadeln aufeinander stecken:
Jacke A-Form weiss 067
Das ist wichtig, damit die unteren Kanten nicht verrutschen, wenn man nun den Kragen gewölbt aufeinandersteckt, um die nötige Mehrweite des oben liegenden Kragenteils zu erreichen:
Jacke A-Form Stecken
Hier erkennt man ganz gut die entstandene Wölbung(vom Unterkragen aus gesehen):
Jacke A-Form Wölbung
Nun näht man den Kragen vom Unterkragen aus zusammen (die Nahtzugaben des Oberkragens sind ja durch die Wölbung „verrutscht“, deswegen steppt man nicht von dieser Seite aus) Anschliessend die Nahtzugaben schmal beschneiden. Wenn man es perfekt machen will, schneidet man die NZ, die näher am Körper liegt (hier die des Unterkragens) noch ein wenig schmäler zu als die obere. So deckt die obere NZ die untere ab und dadurch, dass beide NZ nicht übereinander enden, tragen sie weniger auf. Anschliessend habe ich noch an den Rundungen kleine Dreiecke ausgeschnitten, ebenfalls damit die NZ sich besser legen und nicht übereinander ragen:
Jacke A-Form weiss 063
Nun die Nahtzugaben auf dem Kantenholz auseinanderbügeln und den Kragen wenden.
Jacke A-Form weiss 069
Dann wird der Kragen so geheftet, dass die Bruchlinie auf der Unterseite liegt:
Jacke A-Form weiss 070
Absteppen und fertig! :>>
Jacke A-Form weiss 072

Gaaanz langsam geht’s weiter….Ich komme zur Zeit einfach zu nix.:roll:
Zunächst hab ich die ungeliebteste Arbeit hinter mich gebracht, das Aufbügeln der Einlage – diesmal allerdings nur auf die Besätze und ein Kragenteil.
Jacke A-Form weiss 052
Da das Knopfloch recht gross werden wird, habe ich beschlossen, ein Paspelknopfloch zu machen und dieses mal nach dem Buch von Claire Shaeffer zu probieren. (Daaanke nochmal, Loni, für dieses Buch :wave:)
Shaeffer empfiehlt zum Ermitteln der Knopflochgrösse diese Methode: man wickelt einen schmalen Papierstreifen um den Knopf und pinnt ihn mit einer Nadel zusammen. Die Hälfte des gemessenen Streifens ergibt die Knopflochlänge.
Jacke A-Form weiss 053
Zunächst wird das Knopfloch mit Faden markiert und Einlage hintendran gebügelt.
Jacke A-Form weiss 054Jacke A-Form weiss 055g
Dann habe ich mich entschlossen, einen Schrägstreifen zu verwenden, um die Paspelstreifen herzustellen. Vorteil: das Ausfransen hält sich in Grenzen. Nachteil: man muss Einlage aufbügeln, damit sich nichts verzieht, wie das Schrägstreifen so an sich haben. Man könnte aber auch Streifen im geraden Fadenlauf verwenden.
Der etwa 5 cm breite Schrägstreifen wird links auf links umgebügelt und etwa 3 mm neben der Bruchkante abgesteppt. Dann schneidet man im gleichen Abstand von der Naht entfernt auf der anderen Seite ab.
Jacke A-Form weiss 056
Die zwei Paspelstreifen habe ich zunächst noch grosszügig lang gelassen. Der erste Streifen wird nun mit den offenen Kanten so gelegt, dass er genau an der späteren Knopflochöffnung anstösst. (Schwarzer Pfeil) Nun markiere ich zur Sicherheit, wo die seitl. Markierungen des Knopflochs sind, damit ich beim Nähen dort ganz genau beginnen und enden kann. Mit ganz kleiner Stichlänge annähen – ich nähe auf der vorherigen Absteppnaht. Das Gleiche nochmal mit dem anderen Streifen. Nach dem Nähen kann man die Paspeln so abschneiden, dass and en Seiten nur noch etwa 1 cm übersteht. Die Fäden ziehe ich dann alle auf die linke Seite und verknote sie, denn ich habe ja keine Rückstiche zumm Sichern gemacht.
Jacke A-Form weiss 057
Nun wird von der Rückseite aus aufgeschnitten, gegen das Ende Y-förmig wie auf dem Foto zu sehen. Achtung, dabei die Paspeln nicht erwischen! Bis ganz in die Ecken einschneiden.
Jacke A-Form weiss Knopfloch
Jetzt kann man die Streifen durch die Öffnung ziehen. Damit die beiden Streifchen gut ihre Form behalten, habe ich sie mit diagonalen Stichen von rechts zugenäht. Auf der linken Seite müssen nun die kleinen Dreiecke auf die Paspeln genäht werden, wie auf dem Foto zu sehen.
Jacke A-Form weiss 059
Et voilà: das Paspelknopfloch ist fertig. (Die Markierungsfäden hab ich natürlich inzwischen entfernt)
Jacke A-Form weiss 060

So, es ist alles zugeschnitten und schon ein wenig zusammengenäht – sieht allerdings noch total unspektakulär aus, deswegen hier nur eine Ansicht von hinten:
Jacke A-Form weiss hinten
Innen hat sich schon etwas mehr getan, ich habe alle Nahtzugaben mit dem „Hong-Kong-Finishing“ versäubert, was ich schon lange mal ausprobieren wollte:
Jacke A-Form weiss NZ
Wie das genau geht?
Zunächst schneidet man Schrägstreifen des gewünschten Einfassstoffes zu. Ich habe hier 2 cm gewählt (bei einer NZ von 1,5 cm) Diese werden dann recht auf rechts auf die NZ genäht (ich habe sie recht schmal aufgenäht, etwa 5 mm)
Hong-Kong 1
Nun bügle ich auseinander:
Hong-Kong 2
Der Schrägstreifen wird über die Nz-Kante gelegt:
Hong-Kong 3
Dann wird im „Nahtschatten“ durchgesteppt (ich glaube, in den englischen Büchern heisst das immer „stitch in the ditch“)
Homg-Kong 4
So sieht’s dann von hinten aus: ich lasse die untere Seite offen, da nochmal eingeschlagen wohl etwas auftragen würde. Ich hoffe mal, dass der Schrägstreifen nicht ausfranselt…was er ja eigentlich wegen des schrägen Fadenlaufs nicht tun sollte. Ganz Fanatische schneiden jetzt noch den Schrägstreifen bis zur Nahtline zurück…das hab ich mir gespart.
Hong-Kong 5
Sieht doch schon ganz nett aus, oder?
Jacke A-Form weiss 048

Nachdem Ärmel und Armloch so gar nicht passen wollten, habe ich beschlossen, einen anderen Schnitt als Ausgangsmodell zu nehmen: einen Bolero Modell 54 aus der patrones 241. Der hat zwar überhaupt keine A-Form, aber immerhin einen Kragen, wie ich ihn mir vorstelle.
Jacke A-Form weiss Schnittzeichnung
Also das ganze Prozedere von vorn: FBA, Kellerfalte hinten, dazu noch etwas A-Schwung. Und nun ist die Jacke seeeehr A-förmig:
Jacke AAA
Das Prinzip der Spreizung ist immer das Gleiche, etwa so:
Jacke A-Form weiss Spreizung
Diesmal hab ich mehr an den Seiten zugegeben, denn die FBA ergab keinen so besonders grossen seitlichen Abnäher.
Die Ärmel finde ich auch tolerierbar, sicher noch nicht mein Traumschnitt bezüglich Sitz, aber es geht….Vor allem habe ich jetzt nicht mehr dieses „zu enge“ Gefühl beim Hineinschlüpfen, obwohl der Ärmel im Prinzip genauso schmal ist wie der vom vorigen Modell.
Jacke A-Form Ärmel vornJacke A-Form weiss Ärmel hinten
Und hier kann man schon eine kleine Vorahnung bekommen:Jacke A-Form weiss 032

Das Probemodell ist soweit fertig und zeigt leider schon einige Probleme: das Armloch ist sehr hoch geschnitten und damit sehr klein. Dazu scheint die Schulterbreite in Armlochhöhe hinten zu breit, der Ärmel sitzt dort überhaupt nicht. :no: (Sorry, ich stehe schief und krumm 88|)
Jacke A-Form weiss Probe jpg.Jacke A-Form weiss Rücken
Ausserdem handelt es sich wieder mal um den berühmten „burda-Ärmel“, wie ich ihn inzwischen nenne: einen Ärmel, dessen Armkugel sehr hoch geschnitten ist, was zwar mehr Bewegungsfreiheit geben soll, aber gleichzeitig auch jede Menge Einhaltweite, was ich nicht so sehr liebe. 🙄

Meine Lösungsversuche sehen erstmal so aus: ich werde das Armloch unten vertiefen und auch hinten ein wenig wegnehmen. Mal schauen, was dabei rauskommt 😐
Die Kellerfalte hinten werd ich noch um 1 cm tiefer machen, damit es etwas mehr Schwung gibt.
Jacke A-Form weiss ArmlochJacke A-Form weiss Ärmel
Grüne Linie: alte Naht
Rosa Linie: Vertiefungen
Über die Länge bin ich mir auch noch unschlüssig….ich habe sie fürs Probemodell um 7 cm verlängert, kann sie mir aber auch kürzer vorstellen. Eure Meinungen interessieren mich!

Das sieht schon mehr so aus, wie ich mir das vorstelle:Jacke A-Form weiss Tissuefitting2

Burda-Schnitte haben leider für mich zu breite Schultern, d.h. ich muss diese schmäler machen. Da man ja das Armloch möglichst nicht verändern möchte, gehe ich wie im burda – Nähbuch vorgeschlagen vor.
Hier zunächst mal ein Foto der Passe – man sieht, dass es keine Schulternaht gibt. Die violette Linie habe ich angezeichnet, damit ich weiss, wo die Schultermitte ist. Hier schneide ich auseinander und klebe beide Teile an Vorder- und Rückenteil, damit ich die Schulteränderung überhaupt nach dieser Methode machen kann.
Jacke A-Form weiss Schulterpasse
Diese Linien zeichne ich dann ein:
Jacke A-Form weiss 009
Und so schiebe ich dann nach innen:
Jacke A-Form weiss 010
Alles schön begradigen, mit Papier ausfüllen und wieder zusammenpappen und schon hat man eine neue Passe:
Jacke A-Form weiss 011
Ist ja schon alles eine rechte Bastelei….:**:

Weiter geht’s mit der berühmten FBA (Full Bust Alteration) nach dem tollen Buch von Palmer/Pletsch „Fit for Real People“, das ich meinem Bruder verdanke, der es mir geschenkt hat (:wave: Danke Ben!)
Hier sieht man die Linien, die aufgeschnitten werden:Jacke A-Form weiss 012

Und hier nach erfolgter Spreizung: ich habe 3 cm hinzugefügt.
Jacke A-Form weiss 013
Der seitliche Brustabnäher ist ziemlich riesig geworden….Da ich ohnehin ein bisschen mehr A-Form wünsche, drehe ich nun den Abnäher ein. Dazu zeichne ich den Brustpunkt an und eine Linie von unten parallel zum FL bis in den Brustpunkt hinein, die ich aufschneide.
Jacke A-Form weiss 014
Jetzt kann ich den Abnäher zudrehen – und unten entsteht mehr Weite.
Jacke A-Form weiss 015
So sieht nun das neue Schnittmuster aus. Ich habe den Abnäher neu eingezeichnet, da die Abnäherspitze etwa 2,5 cm vor dem Brustpunkt enden soll.
Jacke A-Form weiss 016

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